Oikos-Verein

November 2015  (hier können Sie den Bericht als pdf-Datei mit Bildern lesen)

Die haitianischen Projekte, die von der Haiti Kinder Hilfe unterstützt werden, laufen gut weiter: Im Waisenheim mit dazugehöriger Schule in Cap-Haïtien und in der Armenschule in Carrefour-Aztèque werden insgesamt ca. 1000 Kinder gefördert. Wir werden im Frühjahr nach unserer nächsten Reise nach Haiti mehr berichten können.

Wie sieht es bei den Jugendlichen aus, die in den beiden Heimen, den beiden WGs oder extern wohnen und direkt von der Haiti Kinder Hilfe unterstützt werden?

  • Zwanzig der Jugendlichen gehen weiter zur Schule. Die finanziellen Schwierigkeiten der Schule, die sie die letzten Schuljahre besuchten. hatten zur Folge, dass zu wenig Lehrer angestellt und dass diese nicht qualifiziert genug waren. Deshalb haben wir die Schule gewechselt. Die neue Schule, die wir ausgewählt haben, ist zwar um einiges teurer, dafür aber viel besser. Die Jugendlichen sind von ihren neuen Lehrern sehr angetan und bemühen sich sehr.  Sechs Kinder erreichen bald die mittlere Reife, von den 14 anderen sind zwei im vorletzten Schuljahr und werden die erste Abiturprüfung im Sommer ablegen. Fünf sind in der 13. Klasse und werden die zweite und endgültige Abiturprüfung ablegen.

 

  • Sechs Jugendliche haben eine Berufsausbildung angefangen: zwei Mädchen lernen Köchin, eines Kosmetikerin, ein Junge fängt eine Ausbildung zum Schneider an, einer zum Maurer und einer lernt Elektronik

     

  • Fünf fahren mit der angefangenen Berufsausbildung fort: zwei lernen Kochen, zwei lernen Krankenpflege, und einer wird Maurer

     

  • Vier junge Leute  fangen nach dem Abitur eine höhere Berufsausbildung  an: zwei lernen  Mechanik für Industrieanlagen, eine studiert Hotelfach/Gastronomie und einer lernt  Technik der Informatiknetzwerke

     

  • Die vier, die schon eine Weile studieren, sind erfolgreich und machen weiter. Einer studiert Jura, zwei Krankenschwester und einer studiert Physik und Chemie fürs Lehramt.

     

  • vier Externe brauchen nicht mehr unterstützt zu werden: Eine, die Verwaltungswissenschaften studiert hat, hat einen Praktikumsplatz bekommen. zwei haben ihr Ziel erreicht: die mittlere Reife. Sie wohnen bei Verwandten. Eine ist schwanger geworden und wird mit dem Vater ihres Kindes leben.

     

  • und dann ist im Heim noch ein Mädchen, das sehr spät mit der Schule angefangen hatte und sich immer noch mit Lesen und Schreiben schwer tut. Es läuft der Versuch, für sie ein kleines Geschäft  aufzubauen, mit dem sie ihren Lebensunterhalt bestreiten kann.

     

  • Neun sind mit ihrer Ausbildung fertig.Einer hat den Führerschein gemacht und fängt ein kleines Geschäft an. Er hat eine bescheidene „Startsumme“ bekommen, ist in den Norden gezogen und verkauft Getränke. Er braucht also nicht mehr unterstützt zu werden.Das Mädchen, das im Sommer ihren Abschluss als Schneiderin gemacht hat, hat eine Nähmaschine bekommen und die neuen Schuluniformen genäht. Sie  fängt also an, Geld zu verdienen. Sie wird noch eine Weile in der Wohngemeinschaft der HKH leben und versuchen sich währenddessen einen Kundenstamm aufzubauen, um ganz selbständig zu werden.Für die anderen Jugendlichen (ein Bautechniker, ein Schweißer, zwei Klempner, ein  Schreiner und eine Gärtnerin) ist es schwieriger! Sie haben ihre Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen. Doch die Arbeitslosigkeit ist in Haiti sehr hoch und die Chance auf einen Job, trotz abgeschlossener Berufsausbildung gering.

    Und das ist unsere Hauptaufgabe für die nächste Zeit: denjenigen, die fertig mit der Berufsausbildung sind – es werden jedes Jahr welche dazu kommen – helfen, Arbeit zu finden oder sich ein kleines Geschäft aufzubauen. Viele werden ihr kleines Mini-Unternehmen aufbauen müssen. Das ist in Haiti üblich. Wir werden ihnen mit Klein-Darlehen und Ähnlichem den Anfang erleichtern und ihnen Mut machen müssen.

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Im letzten Rundbrief schrieben wir über die Mutter eines Geschwisterpaares aus den Heimen, die in einer löchrigen Hütte wohnte. Wir haben ihr eine neue Hütte gebaut. Und sie bekommt regelmäßig Lebensmittel.
Die zwei Jugendlichen müssen sich nicht mehr so viele Sorgen um ihre Mutter machen und sind genauso dankbar wie sie.

Eine Aufgabe hat uns die letzten Monate sehr in Anspruch genommen. Carline, die im Mädchenheim lebt, brauchte dringend eine Herz-Operation, um weiter leben zu können! Mit 11 Jahren hatte sie durch schweres rheumatisches Fieber einen Herzklappenfehler bekommen. 2004 war schon eine ihrer Herzklappen bei einer OP in Deutschland wiederhergestellt („geflickt“) worden. Aber 2011  bekam sie eine Herzklappenentzündung. Seitdem hatte sie große Probleme, war oft sehr  müde, hatte Atemnot, Schwindelanfälle und musste jede körperliche Anstrengung meiden. Da  konnte nur ein  operativer  Eingriff  helfen, eine schwierige, lange  Operation, eine Operation, die in Haiti nicht vorgenommen werden kann. Eine sehr teure Operation!Wir verschickten einen Spendenaufruf, um Carlines OP organisieren zu können, ohne die anderen Projekte zu gefährden. Die Reaktion hat uns sehr gefreut: großzügige Spenden und eine großartige Unterstützung von Ärzten und Kliniken ermöglichten, dass Carline nach Deutschland gebracht werden konnte. Sie ist am 26. Oktober in einem großen Herzzentrum operiert worden. Es geht ihr gut.

Auch haben wir Milhomme, einen 18-jährigen Jungen aus dem Heim, der an einer seltenen Krankheit leidet, nach Würzburg bringen können, wo er behandelt wurde. Als alles überstanden war, bekam er ein Skateboard.



Allen, die uns unterstützen: den Spendern, den Helfern, Lehrern und Schülern, den Vereinen und Mitarbeitern sagen wir im Namen all derer, denen geholfen wird, herzlichen Dank!



Bitte helfen Sie uns weiter. Unsere immer älter werdenden Jugendlichen  lassen die Kosten steigen: Berufsausbildungen sind teurer als die Schule. Ein Studium ist in Haiti sehr teuer. Starthilfe in ein un-abhängiges Leben kostet viel. Und in Haiti steigen die Preise rasant. Zusätzlich belastet der seit dem letzten Jahr um rd. 20% gestiegene Dollarkurs unser Finanz-Budget sehr stark.


Bitte machen Sie den Verein bekannt, reichen Sie diesen Bericht weiter, gewinnen Sie neue Paten oder neue Partnerschulen, kaufen Sie unseren schönen Kalender...

Wir stellen Ihnen gerne Material zur Verfügung: Flyer, Plakate, eine DVD mit Filmen über Haiti und die Projekte der Haiti Kinder Hilfe.

Wir kommen  auch gern, zeigen die Filme und halten einen kleinen Vortrag, antworten auf Ihre Fragen...