Oikos-Verein

Das Engagement von Herold Toussaint hat sich verstärkt.

CUCI – Collectif des universitaires citoyens

Cuci-Treffen

CUCI wächst. Toussaint hat ein Gebäude mit großem Innenhof zusätzlich gemietet. In diesen Räumen hat er seine Privatbibliothek untergebracht, die größte für Soziologie in Haiti (wobei sie auch viele Bücher über Philosophie, Psychologie und Theologie enthält).

  • Regelmäßig finden Treffen mit Studenten im Rahmen von CUCI statt. Das Endergebnis wird ein weiteres Buch sein, das unter seiner Schirmherrschaft von den Studenten geschrieben wird.

Bibliothek Innenhof

Im großen Innenhof stehen Tische und Stühle. Jeden Monat organisiert er eine Pressekonferenz, zu der im Durchschnitt 15 Journalisten kommen, wo Toussaint mit ihnen über die Situation Haitis spricht und ihnen seine Vorschläge und Ideen darstellt. Seine Hoffnung ist, die Diskussion über sozialpolitische, pädagogische und psychologische Fragen in viel weiterreichenden Kreisen anzuregen. Regelmäßig erscheinen Artikel über ihn in „Le Nouvelliste“, der ersten Tageszeitung des Landes. Um die Beziehungen zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik zu befrieden und zu verbessern, schlägt er in einem Artikel vom März 2015 die Schaffung einer Universität vor, die von Haiti und der Dominikanischen Republik getragen wird. Sein Einfluß in Haiti wächst.

  • Er ist dabei, ein Buch fertig zu stellen, das eine Art persönlichen Hilferuf darstellt, mit dem er die Intellektuellen Haitis aufrütteln will, mehr zu tun, mehr Sinn für Solidarität und gemeinschaftliche Verantwortung beim Aufbau Haitis zu entwickeln. Der bekannte deutsche Philosoph Rolf Kühn (s.u.*) wird dazu das Vorwort schreiben. Maurice de Coulon, der voriges Jahr bei den deutschen Quäkern einen Zuschuss für das Buch von Toussaint „Le métier d’étudiant“ (sinngemäß: „Lernen, ein guter Student zu sein“) erwirkt hat (der OIKOS e.V. hat die Druckkosten ebenfalls bezuschusst), ist mit Frank Höfer, dem Vorsitzenden des OIKOS e.V. einer Meinung, daß dieses Buch sehr wichtig sein könnte. In den Worten von de Coulon ist das Buch bedeutsam, damit „in dem derzeitigen chaotischen Klima in Haiti ein Ruck durch die Gebildeten des Landes geht; damit es zu einer Stärkung der Kräfte kommt, die an einflussreicher Stelle im Lande dazu beitragen sollten, dass sich dort etwas in Richtung solidarischer Aufbau bewegt.“ Toussaint hat den OIKOS e.V. um Unterstützung für die Druckkosten angefragt.
  • Der OIKOS e.V. unterstützte im Jahr 2014 die Arbeit von CUCI durch einen Finanzzuschuß von 4700 €

Die psychologische und pädagogische Begleitung der Jugendlichen der Haiti Kinder Hilfe e.V. durch Professor ToussaintDie Jungengruppe

Prof. Toussaint hat auch im Jahr 2014 wieder sehr viel getan, um die Jugendlichen der Haiti Kinder Hilfe e.V. und das Erzieher-Team, das diese Jugendlichen betreut, psychologisch und pädagogisch zu beraten und zu unterstützen.

  • Immer wieder bitten ihn Jugendliche, mit ihm sprechen zu können, weil sie Rat bei ihm suchen. Manche der Jugendlichen gehen regelmäßig zu ihm, um psychologische Hilfe zu bekommen.
  • Braucht der OIKOS e.V. Hilfe, um die haitianischen kulturellen Gegebenheiten zu verstehen, ist Toussaint der kompetenteste Gesprächspartner und steht immer zur Verfügung.
  • Mehrmals im Jahr kommt er in die Heime und spricht mit den Jugendlichen über verschiedene Themen, die alle um das große Thema der Verantwortung kreisen: Was ist Verantwortung? Was heißt verantwortungsvoll leben – im Heim, in der Schule, in der Ehe, in der Sexualität, in der Kirche, im Beruf?
  • Regelmäßig finden Besprechungen mit dem Team statt.

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  • Für All diese Aktivitäten sind durch den OIKOS e.V. möglich geworden.

Er ist so zu einer im Hintergrund zuverlässig vorhandenen Vater-Figur geworden, die aus der Arbeit mit den Jugendlichen nicht mehr wegzudenken ist.

 

Das Waisenheim in Cap Haïtien

Die ErzieherInnen

Im Waisenheim in Cap Haïtien sind die sieben ErzieherInnen sehr engagiert tätig. Wir (Frank und Claire Höfer) waren im Februar 2015 wieder eine Woche lang dort. Waisenheim und Schule haben jetzt einen französischen Organisator, der über die katholische Organisation DCC (Délégation catholique pour la coopération) dorthin gekommen ist. Die gesamte Organisation ist dadurch straffer geworden.

 Frau Leconte, die Gründerin von Waisenheim und Schule, ist sehr dankbar für die Entlastung.

Die Gründerin des Waisenheims

Leiterin der ErzieherinnenGaldy, die Chefin der ErzieherInnen-Gruppe zählt auf,

was durch ihre Arbeit alles möglich geworden ist:

  • Regelmäßige Hausaufgabenhilfe für die Kindergruppen, die die Schule besuchen;
  • Katechismus-Unterricht;
  • Basteln;
  • Vorbereitungen von Festen:
    • zu Ostern;
    • zur Schulabschluß-Feier,
    • zu Weihnachten und
    • natürlich zum Karneval, der in Haiti eine besondere Rolle spielt.
  • Es werden Lieder einstudiert,
  • kleine Theaterstücke geprobt,
  • Gedichte gelernt und, was in Haiti sehr wichtig ist,
  • Tänze gelernt.

     

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tanzen

Immer wieder konnten wir die Kinder bei Spielen erleben: Von Puzzles legen über Murmeln werfen bis zu sportlicheren Aktivitäten war alles vertreten.

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 Seltsam hat uns berührt, daß für die Vorbereitung zum Fasching fertige Masken gekauft wurden, anstatt sie die Kinder selbst machen zu lassen. Das ist eine Kleinigkeit, auf die man aber achten sollte, weil Haitianer die Neigung haben, Feste nur dann für wirkliche Feste zu halten, wenn man es so machen kann wie die Profis. Der Sinn für Basteln ist noch nicht ausgeprägt genug.

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Die Zimmer der Kinder und Jugendlichen sahen alle gepflegt und aufgeräumt aus. Offenbar tun die Hausmütter ihre Arbeit. Bei Soeur Godelieve fehlte eine gute Hilfe, die aber inzwischen eingestellt wurde.

Der jetzige Organisations-Chef, Philippe Donzé, hat uns sehr offen die finanzielle Situation der Institution erklärt. Immer wieder weiß er nicht, wie er das Nötigste finanzieren soll. Auch von daher hofft er, daß der OIKOS e.V. die Erzieherinnen und Hausmütter weiter wird finanzieren können. Wir haben ihm deutlich gemacht, daß das nur gehen wird, wenn es gelingt, im Lauf des Jahres 2015 ein erheblich größeres Spendenvolumen zu erreichen.

Der OIKOS e.V. hat im Jahr 2014 also wieder dafür gesorgt, daß das Erzieher- und Hausmütterprojekt weiterlaufen konnte. Madame Leconte hat immer wieder Ihre Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht. Soeur Godelieve ist ebenfalls sehr froh, daß dieses Projekt existiert. Bitte helfen Sie mit Spenden.

Das Landschulprojekt

die alte Landschule

Schulentwurf

 Dieses Projekt ist im Jahr 2014 neu zu dem hinzugekommen, was der OIKOS e.V. unterstützt. Wir hoffen sehr, die beiden bisherigen Projekte (die Arbeit mit Prof. Herold Toussaint einerseits und das Erzieherprojekt im Waisenheim von Cap Haïtien andererseits) weiterführen zu können. Sobald das gesichert ist, werden wir Überschüsse in dieses Schul-Projekt stecken. Von vornherein war klar, daß eine Unterstützung erst dann in Frage kommt, wenn sowohl die Arbeit von und mit Professor Herold Toussaint als auch das Erzieher- und Hausmütter-Projekt finanziell abgesichert sind. Die Treffen mit dem Initiator, dem in München lebenden Haitianer Fritznel RömerFritznel Römer, drehten sich um pädagogische Ansätze, mit denen in Haiti ein effektiver Unterricht zustande kommen kann.

Die Überlegungen zielen vor allem darauf ab, die Kinder nicht von ihren Herkunftsfamilien zu entfremden. Im Gegenteil: die Eltern sollen spüren, daß das, was ihre Kinder in der Schule tun, auch für sie von Nutzen ist. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Anwendung von pädagogischen und psychologischen Ansätzen, bei denen Kinder ausreichend im Lernprozeß unterstützt werden, gleichzeitig aber auch lernen, Eigeninitiative zu entfalten.

Sehr anregend für den OIKOS e.V. ist in dieser Hinsicht das Projekt RIVER in Indien, das eine vielversprechende Methodik seit vielen Jahren zur Anwendung bringt. Die pädagogische Fakultät Regensburg ist mit diesem Projekt in Kontakt und führt inzwischen Pilotprojekte mit der dort angewendeten Methode sogar in einigen Schulen in Deutschland durch. Auf der Internet-Seite  www.uni-regensburg.de   kann man einiges darüber lesen, unter anderem: „Seit vier Jahren kooperiert das Team „Forschung Integral“ des Lehrstuhls für Schulpädagogik an der Universität Regensburg mit den Projektleitern des Rishi Valley Institute for Educational Resources (RIVER) … Es handelt sich bei den Projekten um die bedeutendste indische Landschulreform mit internationaler Ausstrahlung.

Der OIKOS e.V. hofft, von diesen Leuten einiges zu lernen, um es auf Haiti, bzw. auf das dort angestrebte Schulprojekt in sinnvoller Weise übertragen zu können.

Unmittelbare Not lindern

Wir haben in den Rundbrief vom Mai 2015 und in die Internet-Seite des OIKOS e.V. die Rubrik „Unmittelbare Not lindern“ aufgenommen. Zwei Menschen sollen Hilfe erhalten. Mann im Rollstuhl

Beide sitzen im Rollstuhl:

ein Mann, weil man ihm die Beine amputiert hat. Eine Frau, die gelähmt ist.

Frau Siffrey

Beide wohnen allein in ärmlichsten Umständen. Beide überleben nur dank der Nachbarn, die selbst kaum etwas haben.

Frau Siffrey, so ihr Name, hat über die Beziehungen von Claire und Frank Höfer zu einer amerikanischen Hilfsorganisation bereits einen neuen Rollstuhl erhalten. Der ihre war in einem traurigen Zustand. Jetzt geht es darum, für sie die Wohnbedingungen zu verbessern und sie mit dem Nötigsten für Essen und Gesundheit zu versorgen.Hütte Frau Siffrey

Der Mann wohnt immerhin in einem ummauerten Raum, braucht aber Hilfe für sein Essen.

               

(*) Seit Sommersemester 2007 Lehrbeauftragter im Arbeitsbereich Christliche Religionsphilosophie der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg: in Kooperation mit dem Lehrstuhlinhaber Prof. DDr. Markus Enders mehrere Hauptseminare u. a. zur Rezeption des Johannesprologs in der gesamten philosophischen Tradition des Abendlandes, über die Religionsphilosophie Michel Henrys, Marions und Derridas, zu Phänomenologien der Offenbarung und Inkarnation sowie über Henrys Phänomenologie der Sprache und Offenbarung.