Oikos-Verein

Unterstützung von Personen, die Seminare bei Segal besuchen wollten:

Der Oikos e.V. hat wieder einigen Menschen unter die Arme greifen können, die Seminare von Segal (dem “Seminar für ganzheitliches Lernen“) besuchen wollten, aber nicht über die finanziellen Mittel verfügten. Genaueres, was die diesbezüglichen Ausgaben betrifft, erfahren Sie, wenn unsere Jahresmitgliederversammlung stattgefunden hat, was im Mai 2012 der Fall sein wird. Die Höhe der diesbezüglichen Ausgaben für 2011 ist etwas geringer als im Jahr 2010.
Für diesen Zweck kamen auch wieder einige Spenden herein. Herzlichen Dank für die Unterstützung.

Unterstützung in Haiti:     

Im Lauf des Jahres 2011 hat der „Haiti Kinder Hilfe e. V.“ das zunächst vom OIKOS e.V. finanzierte Mädchenheim und die weitere Finanzierung einer Wohngemeinschaft von Jungen übernommen. Claire Höfer, die Frau von Frank Höfer, dem ersten Vorsitzenden von OIKOS, ist, zu unserer eigenen großen Überraschung, erste Vorsitzende der „Haiti Kinder Hilfe“ geworden. Das hat die zunächst geplante direkte Zusammenarbeit des OIKOS e.V. mit der „Haiti Kinder Hilfe“ in eine ganz andere Perspektive gerückt. Die „Haiti Kinder Hilfe“ hat dem OIKOS e.V. sogar die bisherigen Auslagen für Heim und Wohngemeinschaft vom Jahr 2010 zurückzahlen können.  

So ist der OIKOS e.V. in der glücklichen Lage, sich konzentrierter als bisher einem Ziel zu widmen, das bei den großen Aufgaben der Soforthilfe, die ständig in Haiti anzugehen sind, leicht zu sehr vernachlässigt wird. In vielen Gesprächen mit Haitianern und dort tätigen Europäern oder Amerikanern, auch aus der eigenen Beobachtung ist Haiti in der Gefahr, ein Staat zu werden, der von den Tausenden von Hilfsorganisationen immer abhängiger wird, die dort tätig sind. Wenn Hilfe mehr oder weniger umsonst zu haben ist, warum sie nicht annehmen?

Diese Tendenz wird unterstützt durch Schulen und Ausbildungsstätten, in denen die Eigeninitiative der Schüler zu wenig gefördert und gefordert wird. Wenige Lehrer verfügen über ein pädagogisch-psychologisches Instrumentarium, um Kinder anzuleiten, selbständig Aufgaben anzupacken und zu lösen, geschweige denn ein Problem als zu bewältigendes Problem von sich aus zu erkennen. Wer Aufgaben mit Schwung anpackt, wer Probleme erkennt und lösen will, exponiert sich. Sich zu exponieren ist im Rahmen von Diktaturen immer eine heikle Sache. Haiti hat aber über nahezu 200 Jahre unter der Herrschaft von haitianischen Diktaturen gelebt, und zu den Zeiten der Sklaverei unter der jede Eigeninitiative unterbindenden Hand der Kolonialherren. Das sind, wohlgemerkt, nicht Urteile eines Europäers über „die Haitianer“, sondern Belange, die gebildeten Haitianern größte Sorge bereiten.
Dies äußert sich in vielen Ausbildungsstätten durch einen Frontalunterricht, in dem die Kinder lediglich wiederholen, was der Lehrer ihnen vorspricht oder an die Tafel schreibt. All das beeindruckende Instrumentarium, das auch ohne großen finanziellen Mehraufwand pädagogisch und psychologisch zur Verfügung steht, kommt höchstens in teuren Schulen zum tragen, die es sich leisten können, die wenigen gut ausgebildeten Lehrer und Lehrerinnen zu bezahlen.

Der OIKOS e.V. ist ein Verein, der sich im Feld zwischen Psychologie, Pädagogik und religiös-weltanschaulicher Grundlage engagiert. Die hier angesprochene Problematik fällt somit genau in unsere Zielsetzung. Sie setzt allerdings genauere Vorarbeit voraus.

So können auch die Projekte, mit denen wir bis jetzt zusammen gearbeitet haben, unter  detaillierteren pädagogisch-psychologischen Bedingungen angegangen werden.

Ich werde bald (jetzt ist Anfang Januar 2012) mit meiner Frau Claire nach Haiti fahren und dort mit einigen Leuten, voraussichtlich auch aus der haitianischen Regierung, sprechen.
Um eine Pädagogik und Psychologie in Haiti zu unterstützen, die den Leuten dort wirklich nützt, müssen vermehrt die Haitianer selbst befragt werden, was sie genau brauchen, wo es das eventuell schon gibt und wie man es ausweiten kann.
Sobald diese Vorarbeit abgeschlossen ist, wird der OIKOS e.V. die nötigen Beschlüsse fassen, um den Kindern und Jugendlichen weiter und besser helfen zu können, selbständige und verantwortungsbewusste Bürger ihres Landes zu werden.

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