Oikos-Verein

Unterstützung in Haiti

Am 12. Januar 2010 bebte in Port-au-Prince, der Hauptstadt Haitis bis weit in den Süden des Landes die Erde. Die solidarische Reaktion war international beeindruckend.

nach dem erdbeben
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Der OIKOS e.V., dessen Haiti-Initiative erst im Jahr 2009 begonnen hatte, konnte 62.765,19 € sammeln. Überall in Deutschland schickten Bekannte, Freunde, Verwandte und Leute, die uns von unseren Seminaren kennen, die Botschaft weiter, dass wir uns in Haiti engagiert hatten. All denen, die hier tätig wurden, können wir nur herzlich danken. Frank Höfer konnte mit seiner Frau Claire schon zwei Wochen nach dem Erdbeben nach Port-au-Prince reisen, um dort im Rahmen eines schon länger in Haiti tätigen Vereins zu helfen.

Durch ein großzügiges Angebot der Firma Airbus konnten wir sogar umsonst hinfliegen und viele Dinge mitnehmen, die dort dringend nötig waren: Werkzeuge, Medikamente, Kleider, Sonnenkocher und vieles andere. Wer in Haiti anfängt zu helfen, ist sehr schnell mit einer Kettenreaktion konfrontiert: der Eine erzählt es dem Anderen; als wir wieder in Deutschland waren, kamen Hilferufe per Mail oder sogar per Telefon bei uns an. Zwei Haitianerinnen, von denen wir wussten, dass sie ohne Arbeit auf der Straße standen (der einen war das Haus eingestürzt, wobei eine Tochter unter den Trümmern begraben wurde; die andere hatte alte Eltern ohne Einkommen zu versorgen), erhielten von uns Hilfe (insgesamt 3000,- €: 1500,- für jede). Sie arbeiten heute sehr engagiert für ein Mädchenheim, das wir in Zusammenarbeit mit zwei anderen Vereinen inzwischen aufgebaut haben.

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schwester godelieve mit mdchen
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Zu dem Mädchenheim kam es, weil wir von 18 Mädchen erfuhren, die in Port-au-Prince obdachlos wurden und natürlich auch nicht mehr zur Schule gehen konnten. Wir konnten sie zunächst in einem Notheim in Port-au-Prince unterbringen. Der belgische Ex-Konsul und seine Frau halfen dabei. Die Kosten des  Aufenthalts im Lager und die Schulkosten wurden vom OIKOS e.V. übernommen (13.968,63 € plus 880,- € über den „Haiti Kinder Hilfe e.V.“).

Das gleiche Schicksal teilten einige Jungs. Mit einer belgischen Nonne (Schwester  Godelieve, Dominikanerin; wir lernten sie schon 2009 kennen; sie arbeitet seit 30 Jahren in Haiti) richteten wir für solche plötzlich eintretenden Notsituationen, bei denen schnelle Hilfe zu leisten war, einen Notfonds ein. Diese Gelder wurden an Schwester Godelieve über ihren Orden und dessen Verein „Association Jeanne d’Arc“ geleitet (2670,- €). Mit den Jungs entstand eine Wohngemeinschaft, die wir auch jetzt noch unterstützen. Sie besteht jetzt aus 7 Jungs, deren Lebens- und Schulkosten finanziert werden.


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jungengruppe
schule in cap-haitien
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Darüberhinaus entwickelte sich eine Hilfe für junge Leute, die bei Verwandten zwar unterkommen konnten, aber dort ohne Unterstützung weder etwas zu essen bekamen, noch sich den Schulbesuch leisten konnten. Das begann ebenfalls unter der Kontrolle von Schwester Godelieve mit einem Jungen und einem Betrag von 1105,01 €.

Ein junger Student, in den wir große Hoffnungen setzen, erhielt für Studiengeld, für einen dringend benötigten Laptop und für seine Lebenskosten in Port-au-Prince 2010,53 € (darin sind 1117,96 € für die Jahresmiete einer Unterbringung enthalten).

Schwester Godelieve arbeitet neben all der genannten Nothilfe für eine katholische Laiengruppe, die ein Waisenheim und eine Schule betreibt.  Diese Gruppe erhielt vom OIKOS e.V. ebenfalls Unterstützung in Höhe von 2000,- €. In Reaktion auf ein Unwetter, bei dem ein Blitz in das Waisenheim eingeschlagen und einiges zerstört hatte, haben wir weitere 1600,- € an Schwester Godelieve überwiesen.

Die Gesamtsumme der Förderung der Kinder und Jugendlichen in Haiti im Jahr 2010 beträgt somit 27.234,17 €.

Dazu kommen diesbezügliche Reise- und Bürokosten in Höhe von 1187,14 €. Das entspricht  4,4% der aufgewendeten Summe, bzw. 1,9% der Gesamtsumme der eingegangenen Spenden. Wir freuen uns über dieses Ergebnis.

Wie man sehen kann, wurde weniger als die Hälfte der eingegangenen Spenden im Jahr 2010 ausgegeben. Dies erklärt sich aus unserer Bemühung, die Fortführung der Heim- und Wohngemeinschaftsgründung sicherzustellen. Wenn wir mehr Erfahrung gesammelt haben, dass die Bereitwilligkeit, für Haiti zu spenden, anhält, können wir mit der Unterstützung auch anderer Vereine und Initiativen zupackender werden und weniger Rücklagen einbehalten!
Es sei hier bemerkt, dass es nicht einfach ist, das rechte Maß bei derartigen Hilfsmaßnahmen zu finden, denn die Hilfsmöglichkeiten gehen, wie jeder weiß, gegen unendlich.

Unterstützung von Personen, die Seminare bei Segal besuchen wollten:


Mehrere Personen erhielten von SegaL (dem „Seminar für ganzheitliches Lernen“) eine Ermäßigung der Seminargebühren (insgesamt 3.500,- €), die der OIKOS e.V. übernommen hat.
Die diesbezüglichen Bürokosten beliefen sich auf 138,17 € (4 % vom bezahlten Gesamtbetrag).

Über Mitgliedsbeiträge, Spenden für den Spezialfonds und allgemeine Spenden konnte der Verein über die Haiti geltenden Spenden hinaus 2420,- € sammeln. Die darüber hinausgehende Unterstützung von Seminarteilnehmern konnte aus Rücklagen des Vorjahrs finanziert werden.

Schlussbemerkung:

Die Vereinstätigkeit hat durch das Engagement in Haiti eine große Erweiterung durch einen neuen Verantwortungsbereich erfahren. Wir hoffen sehr, dass wir diese Verantwortung auch längerfristig tragen können, was nur durch die Hilfe engagierter Menschen möglich ist.
Das Jahr 2010 war für den Verein ein Erfolg, der paradoxerweise durch die Katastrophe des Erdbebens erheblich größer ausfiel, als das sonst der Fall gewesen wäre. Wir hoffen auf das Bewusstsein aller Spender, dass weitere Hilfe nur gedeihen kann, wenn der Impuls, den Not leidenden Menschen in Haiti zu helfen, aufrechterhalten wird. Auf jeden Fall haben wir, die wir den Verein betreiben, allen Grund zur Dankbarkeit. 

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